Author: Christian Reiher

  • WebP. AVIF. Ready?

    3 minuten

    Warum WebP und AVIF die Zukunft der digitalen Werbung sind

    Das Web ist visuell. Bilder transportieren Emotionen, ziehen Blicke an und entscheiden in der Werbung oft über Erfolg oder Misserfolg. Doch genauso wichtig wie das Bild selbst ist das Format, in dem es ausgeliefert wird. In einer Zeit, in der jede Millisekunde Ladezeit zählt und Nachhaltigkeit auch im digitalen Raum an Bedeutung gewinnt, sind WebP und AVIF zwei Formate, die Marken und Agenturen nicht mehr ignorieren sollten.

    Schlanker, schneller, effizienter

    Kleinere Dateien bei gleichbleibender Qualität – genau das liefern WebP und AVIF. Während JPEG und PNG seit Jahrzehnten Standard sind, schaffen die modernen Formate deutlich effizientere Kompression:

    • WebP spart in der Regel rund 25-35 % Speicherplatz im Vergleich zu JPEG.
    • AVIF geht noch weiter und reduziert die Dateigröße oft um 40-60 %.

    Für die Praxis heißt das: Anzeigen laden schneller, auch bei schwacher Verbindung. Banner, Landingpages oder Rich-Media-Ads erscheinen nahezu verzögerungsfrei. Und: Weniger Datenvolumen bedeutet geringere Hosting- und CDN-Kosten – ein Aspekt, der bei großen Kampagnen spürbar ins Gewicht fällt.

    Geschwindigkeit als Erfolgsfaktor

    Studien belegen seit Jahren, wie sensibel Nutzer auf Ladezeiten reagieren. Eine einzige Sekunde Verzögerung kann die Conversion-Rate um mehrere Prozent senken. Werbebotschaften müssen also nicht nur kreativ und relevant sein, sondern auch sofort sichtbar werden.

    WebP und AVIF verschaffen hier einen klaren Vorteil. Sie machen aus datenintensiven Visuals performante Assets, die selbst unter mobilen Bedingungen schnell ausgespielt werden. Gerade bei interaktiven Formaten, die ohnehin viel Bandbreite beanspruchen, ist das ein entscheidender Pluspunkt.

    Weniger CO₂ pro Impression

    Jeder Klick, jeder Seitenaufruf verursacht CO₂-Emissionen – einfach weil für die Datenübertragung Energie benötigt wird. Laut Website Carbon produziert eine durchschnittliche Webseite rund 1,76 Gramm CO₂ pro Aufruf. Rechnet man das auf Millionen von Ad Impressions hoch, wird schnell klar, wie groß der Einfluss von Dateigrößen tatsächlich ist.

    Wer auf WebP oder AVIF setzt, senkt den Datenverbrauch pro Ausspielung spürbar und reduziert so auch den ökologischen Fußabdruck einer Kampagne. Für Marken, die Wert auf Nachhaltigkeit legen, ist das ein weiterer Hebel, um glaubwürdig aufzutreten.

    Breite Unterstützung im Ökosystem

    Vor ein paar Jahren war die Frage der Kompatibilität noch ein Argument gegen den Einsatz moderner Bildformate. Heute sieht die Lage anders aus:

    • WebP wird von allen gängigen Browsern unterstützt – Chrome, Firefox, Safari (ab Version 14), Edge und Opera.
    • AVIF ist inzwischen in Chrome, Firefox, Safari (ab Version 16) und Edge integriert.

    Auch im Bereich Content-Management und Infrastruktur ist der Wandel spürbar: WordPress und Shopify unterstützen WebP nativ, CDNs wie Cloudflare oder Akamai liefern AVIF automatisch an kompatible Endgeräte. Für Werbetreibende heißt das: weniger technische Hürden, mehr Möglichkeiten.

    Mehr als nur Kompression

    Die Stärken von WebP und AVIF gehen über die reine Dateigröße hinaus:

    • Transparenz & Animation: WebP vereint die Vorteile von PNG und GIF in einem Format. AVIF kann ebenfalls Transparenz abbilden – bei noch effizienterer Kompression.
    • HDR & Farbtreue: AVIF unterstützt High Dynamic Range und bietet damit brillante Farben und stärkere Kontraste – ideal für Marken, die Wert auf visuelle Qualität legen.
    • Stabile Darstellung: Beide Formate sind robuster gegenüber schwankender Verbindungsgeschwindigkeit und vermeiden störende Artefakte.
    • Zukunftssicherheit: Wer jetzt umsteigt, ist bestens auf kommende Standards vorbereitet – und positioniert sich als Innovator.

    Chancen für Agenturen

    Für Agenturen ist der Einsatz moderner Bildformate ein strategischer Mehrwert. Sie ermöglichen nicht nur bessere Nutzererlebnisse und effizientere Kampagnen, sondern zahlen gleichzeitig auf SEO, Ad-Quality-Scores und Nachhaltigkeitsziele ein.

    Wer seinen Kunden proaktiv WebP und AVIF empfiehlt, zeigt, dass er nicht nur kreative Ideen liefert, sondern auch die technische Exzellenz beherrscht, die erfolgreiche Werbung heute erfordert.

    Fazit

    WebP und AVIF sind keine Nischenlösungen mehr, sondern entwickeln sich zum Standard. In einer Branche, in der Millisekunden und Kilobytes über Sichtbarkeit und Engagement entscheiden, können sie den entscheidenden Vorsprung bringen.

    Sie sorgen für schnellere Ladezeiten, geringere Kosten und einen messbar kleineren CO₂-Fußabdruck – und machen damit deutlich, dass gute Werbung nicht nur kreativ, sondern auch effizient und nachhaltig sein kann.

    Quellen:

  • Show, Don’t Tell – Die Kunst des Überzeugens in der Werbung

    3 minuten

    In der Welt der Werbung gilt mehr denn je: „Show, don’t tell.“ Dieser aus der Literatur stammende Grundsatz ist ein zentrales Prinzip effektiver Markenkommunikation. Während der Satz in der Schreibkunst dafür steht, Informationen nicht direkt zu benennen, sondern durch Handlungen, Bilder und Sinneseindrücke zu vermitteln, findet er in der Werbung eine kraftvolle Entsprechung: Konsumenten werden nicht belehrt – sie erleben.

    Von Behauptungen zu Beweisen

    Klassische Werbebotschaften wie „Unser Produkt ist das beste“ oder „Wir bieten höchste Qualität“ sind reine Behauptungen. Sie mögen wahr sein, aber ohne Beweis bleiben sie leere Versprechen. „Show, don’t tell“ bedeutet in der Werbung: Beweise liefern, Geschichten erzählen, Erlebnisse schaffen – statt bloßer Slogans.

    Beispiel:

    Anstatt zu sagen, dass ein Geländewagen besonders robust ist, zeigt ein Spot das Fahrzeug, wie es steile Berghänge erklimmt, durch Wasser fährt oder unter Extrembedingungen besteht. Die Botschaft wird nicht ausgesprochen, sie wird erlebbar gemacht.

    Visuelles Storytelling als Schlüssel

    In der digitalen Werbung – von Social Media über Display Ads bis hin zu Bewegtbild – gewinnt visuelles Storytelling zunehmend an Bedeutung. Gute Kampagnen nutzen Bilder, Metaphern, Emotionen und subtile Hinweise, um Werte, Emotionen und Nutzen zu vermitteln.

    Apple etwa hat nie wortreich erklärt, dass seine Produkte intuitiv, kreativ und hochwertig sind. Stattdessen zeigt das Unternehmen Menschen, die Musik komponieren, Filme drehen oder Ideen umsetzen – mit Apple-Produkten. Das Produkt steht im Mittelpunkt, ohne im Vordergrund zu stehen.

    Emotion statt Erklärung

    Menschen kaufen nicht aufgrund von Fakten, sondern aufgrund von Gefühlen. Werbung, die „zeigt“, spricht das limbische System an – das Zentrum unserer Emotionen. Wenn ein Spot eine Geschichte erzählt, mit der sich die Zielgruppe identifizieren kann, wird nicht nur die Markenbindung gestärkt – auch die Kaufentscheidung wird begünstigt.

    Interaktive Formate: „Show, don’t tell“ auf dem nächsten Level

    Mit interaktiven Anzeigenformaten – z. B. High-Impact Ads, interaktiven Videos oder AR-Ads – lässt sich das Prinzip „Show, don’t tell“ auf eine neue Ebene heben. Nutzer erleben die Marke durch Handlung: sie wischen, klicken, entdecken. Die Marke wird nicht beschrieben, sie wird entdeckt.

    Ein Beispiel sind Anzeigen, bei denen Nutzer ein virtuelles Produkt ausprobieren können – etwa ein Möbelstück im präferierten Farbstil einfärben oder aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten kann. Hier verschmilzt Erlebnis mit Werbung.

    Fazit

    „Show, don’t tell“ ist weit mehr als ein kreatives Prinzip – es ist eine Denkweise, die moderne Werbung prägt. In einer Zeit, in der Aufmerksamkeit zur knappen Ressource geworden ist, gewinnen Marken, die ihre Botschaften nicht erklären, sondern erfahrbar machen. Wer erzählt, langweilt. Wer zeigt, begeistert.

    Beispiele:

    Einzelhandel

    ProduktTell-AnsatzShow-Ansatz
    Nachhaltige Kleidung„Unsere Kleidung besteht aus Bio-Baumwolle und wird fair produziert.“Eine interaktive Ad lädt die Nutzer*innen ein, den Weg eines T-Shirts nachzuverfolgen – vom Bio-Baumwollfeld in Indien bis zur lokalen Näherei in Portugal. In kurzen Clips, Bildern und O-Tönen von Produzenten erleben sie die faire Produktionskette, klicken sich durch Stationen und sehen am Ende das Kleidungsstück im Online-Shop – mit dem Gefühl: Das ist nicht einfach Mode, das ist Haltung.

    Versicherung

    ProduktTell-AnsatzShow-Ansatz
    Hausratversicherung„Wir sichern, was Ihnen wichtig ist – schnell und zuverlässig.“Ein kurzer Spot zeigt in Zeitlupe, wie ein Missgeschick (z. B. ein Wasserschaden durch ein überlaufendes Aquarium) ein Zuhause in Chaos stürzt. Schnitt. Dieselbe Szene wird rückwärts abgespult – Wasser verschwindet, Möbel trocknen, alles wird wieder gut. Dann: Eine App wird geöffnet, der Schaden per Foto gemeldet – innerhalb von Sekunden. Kein Sprecher, nur Musik und das eingeblendete UI. Die Botschaft ist klar: Schaden passiert – wir machen’s rückgängig.

    Spielzeug

    ProduktTell-AnsatzShow-Ansatz
    Interaktives Lernspiel für Kinder„Fördert Kreativität und logisches Denken!“Ein Kind spielt konzentriert mit einem Tablet-Spiel: Es baut eine digitale Stadt mit realen Bausteinen, die per Kamera erkannt werden. Die Eltern beobachten begeistert, wie das Kind laut überlegt, Lösungen findet und kreativ kombiniert. Die Ad zeigt echte Spielsituationen, Kinderfragen und Erfolgsmomente – ohne Erklärtext. Am Ende steht nur: Entdecken. Bauen. Lernen.

    Quellen: